Die Rampe, die mir das Spiel zurückgegeben hat
Von Tanja M. · 27. Juli 2026
Über: First Ramp für Boccia
Ich bin dreiunddreißig, habe eine schwere Zerebralparese und spiele seit vier Jahren Boccia in Leipzig, Klasse BC3. Werfen kann ich nicht. Ich sage meiner Assistentin Sonja an, wie die Rinne stehen soll, sie richtet sie aus und legt den Ball auf, und ich löse ihn mit dem Kopfstab.
Trainiert haben wir zwei Jahre lang mit einer Rinne, die der Vater eines Vereinskollegen aus Sperrholz gebaut hatte. Sie war schwer, sie hat sich im feuchten Vereinskeller verzogen, und vor allem stand sie nie zweimal gleich. Wenn ein Ball saß, konnte ich ihn beim nächsten Versuch nicht wiederholen. Dann trainiert man nicht, dann würfelt man.
Die First Ramp hat uns der Verein im Januar gekauft. Etwa hundertzwanzig Zentimeter, durchsichtiger Kunststoff, Tasche dabei. Sie kostet ungefähr ein Zehntel einer Wettkampframpe, und fürs Training und für den Einstieg reicht sie vollkommen.
Entscheidend ist, dass der Ball jedes Mal gleich läuft. Ich sage eine Position an, höre, wo er liegen bleibt, korrigiere um eine Handbreit, und beim nächsten Mal stimmt es. Das ist der Unterschied zwischen Üben und Hoffen.
Zwei praktische Sachen. Der durchsichtige Kunststoff hilft Sonja, weil sie den Ball auf der ganzen Strecke sieht und mir sagen kann, wo er abgekippt ist. Und die Tasche klingt nach Nebensache, ist aber der Grund, warum ich überhaupt zu Auswärtsspielen mitfahre. Vorher musste die Rinne quer in den Kofferraum, und irgendwer hat sie immer getragen.
Im April war ich in Halle bei meinem ersten Turnier. Achte von elf. Meine Mutter hat geweint. Ich fand Platz acht ehrlich gesagt völlig in Ordnung.